Die Standardtänze
Langsamer Walzer
Der Langsame Walzer ist eine sanftere Form des Wiener Walzers und ist um 1870 in den USA entstanden. Zu dieser Zeit war er unter dem Namen Boston bekannt.
Um 1920 entwickelte sich in England aus dem Boston der Langsame Walzer, der auch, wegen seiner Herkunft, unter dem Namen English Waltz bekannt ist.
Er ist einer der 10 Gesellschaftstänze und gehört zu den 5 Standard – Tänzen (Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Slowfoxtrott, Quickstep & Tango).
Der Langsame Walzer steht im 3/4 Takt und hat 28 bis 30 Takte pro Minute.
Sein Bewegungsbild ist schwungvoll mit runden Bewegungsabläufen.
Die typische Orchesterbesetzung besteht aus einer Big Band oder/und Streichern.
Wiener Walzer
Der Wiener Walzer ist der älteste bürgerliche Gesellschaftstanz. Er entstand aus seinem Vorgänger, dem Ländler. 1770 verdrängte der Wiener Walzer den damaligen vorrangigen Gesellschaftstanz, das Menuett.
Zunächst war der Wiener Walzer allerdings verboten. Er galt als unzüchtig, weil durch die Drehbewegungen, die Kleider der Damen, so in Schwung kamen, dass die Fußknöchel zu sehen waren und weil eine ständige Berührung der Paare beim tanzen entstand, welches verpönt war.
Erst bei den Wiener Kongressfesten 1814/1815 wurde der Wiener Walzer offiziell akzeptiert und gewann an Beliebtheit. Die bekanntesten und berühmtesten Musikstücke stammen von Josef Lanner, Johann Strauß und Iljitsch Tschaikowski.
Im laufe des 19. Jahrhundert nahm er seine heutige schwebende Form an, wie wir sie kennen.
In den 30er Jahren war es überwiegend in Österreich und Deutschland Mode, dass man Wiener Walzer tanzte.
Erst seit 1932 wird der Wiener Walzer auf Turnieren getanzt.
1963 wurde er in das Welttanzprogramm aufgenommen, ist einer der 5 Standard Tänze und gehört zu den 10 Gesellschaftstänzen.
Der Wiener Walzer ist ein Schwungtanz, d.h. dass sich das Tanzpaar mit schnellen Drehbewegungen und gegen den Uhrzeigersinn, sich um die Tanzfläche bewegt.
In der Musik, steht der Wiener Walzer im 3/4 Takt. Mit 60 Takten pro Minuten ist der Wiener Walzer (ca. 180 bpm) doppelt so schnell wie der Langsame Walzer.
Tango
Der Tango gehört zu den 5 Standardtänzen und ist einer der 10 Gesellschaftstänze. Er wird unter anderem auch Internationaler Tango, Europäischer Tango, Standard – Tango, Englischer Tango oder Ballroom Tango genannt.
Der ursprüngliche Tango stammt aus Argentinien und Uruguay und nannte sich Tango Argentino. Dieser kam 1910 nach Europa. Ein britischer Choreograph entwickelte schließlich aus dem Tango Argentino unseren heutigen Tango. Stilistisch passte er nun zu den gesellschaftlich akzeptierten Standardtänzen.
In der Zeit von 1958 bis 1960 zählte der Tango zu den Lateinamerikanischen Tänzen. Ab da gehörte er zu den Standardtänzen und wurde 1963 in das Welttanzprogramm aufgenommen.
Der Tango ist, obwohl er zu den Standardtänzen gehört, kein Schwungtanz sonder ein Schreittanz. Der Körper bewegt sich im Tango immer auf einer Ebene über das Parkett, außerdem ist er mit einer einfachen Staccato – Perkussion unterlegt. So klingt die Musik des Tangos hart und auch etwas aggressiv. Er wird auch als sehr leidenschaftlich und feurig beschrieben. Unterstützt wird dieser Eindruck außerdem noch durch, den abrupten Wechsel des Tempos und der Bewegungsformen.
Die Musik des Tangos basiert auf einem 2/4 Takt und hat 31 bis 33 Takte pro Minute.
Foxtrott
Der Foxtrott gehört zu den 5 Standardtänzen der 10 Gesellschaftstänze. Entstanden ist er zwischen 1910 und 1915 in Nordamerika.
Im Foxtrott vereinen sich einige Elemente, z.B. aus dem Ragtime, Onestep, Twostep und aus dem Castle Walk von Vernon und Irene Castle. So vereinte der Foxtrott einige Geh – und Schreittänze in sich, von denen die meisten nicht mehr existieren.
Nach Europa kam der Foxtrott erst nach dem Ersten Weltkrieg.
Auf einer Konferenz, 1920 in England, wurde dann das vorhandene Schrittmaterial geordnet.
1924 wurde dann zwischen dem langsameren Slowfoxtrott und dem schnelleren Quickstep unterschieden. Beide Varianten ähneln dem Foxtrott sehr.
1963 wurde der Foxtrott dann in das Welttanzprogramm aufgenommen.
In der Technik ist der Foxtrott nicht so anspruchsvoll wie der Slowfoxtrott oder der Quickstep. Es sollte nur vermieden werden, dass der Körper bei den schnellen Seitschritten über die Tanzfläche hüpft. Außerdem nutzt man den Foxtrott als Einstieg zum Quickstep, denn er ist von den Schritten her fast genauso wie der Quickstep. Das ist auch ein Grund, warum bei dem Foxtrott mehr auf jegliche Technik verzichtet wird, als bei anderen Tänzen.
Die Musik im Foxtrott ist sehr lebhaft, fröhlich und hat einen 4/4 Takt.
Slowfoxtrott
Der Slowfoxtrott ist im 20. Jahrhundert in England aus dem Foxtrott entstanden. Er gehört auch zu den 5 Standard – und 10 Gesellschaftstänzen. Der Slowfoxtrott ist aber nicht mit im Welttanzprogramm aufgenommen worden, da er technisch und musikalisch sehr schwierig ist. Daher beginnen die Tanzschulen, den Slowfoxtrott, auch erst in ihren fortgeschritteneren Kursen zu unterrichten.
Der Name Slowfoxtrott wird international gebraucht, in Deutschland nennt man ihn einfach Slowfox.
Er ist der typischte englische Standardtanz. Seine fließenden, raumgreifenden und weichen Bewegungen sind auch typisch für das englische Understatement.
Drehungen sind im Slowfoxtrott selten, da sie die fortlaufende Bewegungen des Paares unterbrechen und so die Charakteristik des Tanzes verloren geht. Eine typische Drehung ist die Fersendrehung, meist getanzt von der Dame. Dabei zieht sie die Ferse bei Rückwärtsschritten über den Boden ab und dreht auf beiden Füßen flach nach rechts oder links.
Der Slowfoxtrott hat einen 4/4 Takt und wird mit 28 bis 30 Takte pro Minute gespielt. Die Schritte werden „slow – quick – quick“ (langsam – schnell- schell) gezählt. Von den 4 Schlägen des 4/4 Taktes, geht der langsame Schritt über 2 Schläge und die beiden quick‘s über jeweils einen Schritt. Trotzdem muss eine gleichmäßige Bewegung dabei erhalten bleiben, welches den Slowfoxtrott sehr schwierig gestaltet und ihn als „König“ unter den Standardtänze auszeichnet.
Die Musik des Slowfoxtrott‘s entwickelte sich aus dem Ragtime. Es ist eine sehr ruhige Musik mit gleichmäßigem Rhythmus. Meist hört man deutlich ein Schlagzeug in der Musik, welches es erleichtert im Takt zu bleiben. Sollte einmal kein dabei sein ist es sehr schwer den Takt zu hören und ihm zu folgen.
Insgesamt spielen, aber die Schlaginstrumente eher zurückhaltend und unaufdringlich. Deutlich im Vordergrund hört man Bläser und Streicher, wobei auch häufig Gesang zu hören ist, der sehr frei im Swing – und Jazz – Stil eingesetzt wird.
Der Slowfoxtrott kann auch auf Popmusik getanzt werden, dabei fällt aber meist die Stilistik der Musik weg.